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LLMO: So baust du Markenpräsenz in KI-Sprachmodellen auf

Was ChatGPT über deine Marke weiß, stammt aus Trainingsdaten. LLMO (Large Language Model Optimization) ist die Disziplin, diese Wahrnehmung gezielt zu formen. Wir erklären, wie das geht.

S Stefanie Seitz
9 Minuten Lesezeit
#LLMO #Markenstrategie #ChatGPT #KI-Modelle

Stell dir folgendes Szenario vor: Ein potenzieller Kunde fragt ChatGPT: "Welche Agenturen sind auf GEO-Optimierung im deutschsprachigen Raum spezialisiert?"

Was antwortet ChatGPT? Nennt es dein Unternehmen? Beschreibt es dich korrekt? Oder kennt es dich gar nicht?

Diese Fragen sind keine theoretische Übung. Sie sind die Kernfrage von LLMO (Large Language Model Optimization).

Was LLMO bedeutet – und was es nicht ist

TL;DRLLMO ist die Optimierung deiner digitalen Präsenz dafür, was Sprachmodelle über deine Marke wissen und wie sie darüber sprechen.

LLMO ist die Optimierung deiner digitalen Präsenz dafür, was Sprachmodelle über deine Marke wissen und wie sie darüber sprechen.

Es geht nicht darum, ein KI-Modell zu hacken oder zu manipulieren. Sprachmodelle lernen aus öffentlich verfügbaren Texten – LLMO gestaltet, was diese Texte über dich sagen.

Vereinfacht: Wie klassische PR für das KI-Zeitalter.

Der Unterschied zum klassischen PR: Bei LLMO zielt du nicht auf menschliche Leser von Magazinen und Blogs, sondern auf maschinelle Systeme, die Texte analysieren und daraus ein Weltbild formen.

Warum das Modell-Wissen so wichtig ist

TL;DRSprachmodelle wie GPT-4, Claude oder Gemini werden mit riesigen Mengen an Textdaten trainiert.

Sprachmodelle wie GPT-4, Claude oder Gemini werden mit riesigen Mengen an Textdaten trainiert. Was immer in diesen Daten über deine Marke steht – positiv, negativ, korrekt oder falsch – das prägt, wie das Modell über dich "denkt".

Das hat drei direkte Konsequenzen:

1. Empfehlungen: Wenn jemand fragt "Welche Agentur für XY?" wird das Modell Marken nennen, die es aus den Trainingsdaten kennt. Unbekannte Marken werden nicht empfohlen – sie existieren schlicht nicht im Modell-Wissen.

2. Darstellung: Wenn eine Marke bekannt ist, aber nur durch negative oder inkonsistente Quellen, spiegelt sich das in der KI-Antwort wider.

3. Halluzinationen: Wenn das Modell zu wenig valide Informationen über eine Marke hat, erfindet es manchmal Details. Diese KI-Halluzinationen können real schädlich sein.

Die LLMO-Strategie in der Praxis

TL;DRBevor du optimierst, musst du wissen, wie du gerade dargestellt wirst.

Schritt 1: Status quo prüfen

Bevor du optimierst, musst du wissen, wie du gerade dargestellt wirst. Stelle dazu direkt Fragen an verschiedene KI-Systeme:

  • "Was ist [dein Unternehmen]?"
  • "Welche Agenturen sind auf [dein Spezialgebiet] spezialisiert?"
  • "Was sagst du mir über [Gründer-Name]?"

Dokumentiere die Antworten von ChatGPT, Perplexity, Gemini und Claude. Achte auf: Wird die Marke überhaupt erwähnt? Sind die Angaben korrekt? Wie wird die Marke positioniert?

Schritt 2: Konsistenz herstellen

Das Fundament jeder LLMO-Strategie ist Konsistenz. Alle öffentlich verfügbaren Informationen über dich sollten dieselben Kernaussagen transportieren:

  • Name des Unternehmens (immer identisch schreiben)
  • Spezialisierung (in jedem Profil und jeder Bio gleich formuliert)
  • Standort und Gründer (konsistente Fakten in allen Quellen)
  • Positionierung (wofür stehst du? Was unterscheidet dich?)

Inkonsistenz verwirrt Sprachmodelle. Je klarer und konsistenter die Signale, desto zuverlässiger die KI-Darstellung.

Schritt 3: Präsenz in autoritativen Quellen aufbauen

KI-Modelle gewichten Quellen nach Autorität. Ein Erwähnung in Wikipedia oder einem etablierten Fachmagazin wirkt stärker als hundert Erwähnungen in unbekannten Blogs.

Prioritäre Quellen für LLMO:

  1. Wikipedia – wenn berechtigt, die stärkste Einzelquelle
  2. Wikidata – maschinell lesbare Datenbank, direkt für KI-Training relevant
  3. Etablierte Fachmedien (t3n, Horizont, W&V für Marketing-Agenturen)
  4. Podcasts und YouTube-Interviews – Transkripte werden von Crawlern erfasst
  5. GitHub, Stack Overflow – für Tech-Unternehmen besonders relevant

Schritt 4: Eigenen Content als primäre Quelle etablieren

Deine eigene Website ist die Quelle, über die du maximale Kontrolle hast. Gestalte sie so, dass sie als LLMO-Quelle funktioniert:

  • Über-uns-Seite mit klarer Positionierung, Geschichte und Fakten
  • Autorenprofile mit detaillierten Qualifikationen
  • Schema Markup (Organization, Person, LocalBusiness)
  • Regelmäßig aktualisierte Inhalte zu deinem Fachgebiet

Schritt 5: Share of Model beobachten

"Share of Model" ist der LLMO-Äquivalent zum "Share of Voice" im klassischen Marketing: Wie oft wird deine Marke vs. Wettbewerber in KI-Antworten zu relevanten Themen genannt?

Messe monatlich: Stelle 10-20 repräsentative Branchen-Fragen an verschiedene KI-Systeme und dokumentiere, welche Marken genannt werden. Das gibt dir ein Bild davon, wie gut dein LLMO-Ansatz funktioniert.

Das wichtigste Prinzip

TL;DRLLMO ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

LLMO ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Sprachmodelle werden neu trainiert – aber nicht täglich. Was du heute aufbaust, wirkt in 6 bis 18 Monaten.

Das klingt lang. Aber es bedeutet auch: Wer jetzt anfängt, schafft einen Vorsprung, den die Konkurrenz nicht so leicht aufholt.

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